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Die Vorsitzenden der beiden verschmelzenden Vereine: Wolfgang Hartwig (l.) und Burkhardt Traut.

Traditionsvereine gestalten Zukunft gemeinsam

Am Mittwoch, dem 15. Juli 2026, fand im Schützenhaus der SG St. Sebastianus Höhr die außerordentliche Mitgliederversammlung der beiden Schützengesellschaften St. Sebastianus Höhr und Germania Grenzhausen statt. Einziger Tagesordnungspunkt war die Zustimmung zum Verschmelzungsvertrag der vom Versammlungsleiter Wolfgang Hartwig ausführlich erläutert wurde. Die Zustimmung wurde von den Mitgliedern beider Gesellschaften einstimmig erteilt und die Rechtmäßigkeit durch den anwesenden Notar Dr. Breßler bestätigt.

Beide Vereine wurden in einer Zeit gegründet in der die beiden Stadtteile Höhr und Grenzhausen noch eigenständige Gemeinden waren. 1859 wurde die SG St. Sebastianus Höhr gegründet, die den hl. Sebastianus als ihren Schutzpatron hatte. Sebastianus steht für Tapferkeit und Eintreten für seinen Glauben. Der erste Hauptmann war Louis Müllenbach, der der Gesellschaft bis 1889 vorstand.

1861 wurde der Schützenverein Grenzhausen gegründet, der Vorläufer der heutigen Schützengesellschaft Germania Grenzhausen. Die Wahl des Namens Germania symbolisiert den Geist der damaligen Zeit und des Kaiserreiches. Schützen verstanden sich auch als Bürgerwehr und Verteidiger der Freiheitsideen von 1848. Erster Hauptmann wurde 1874 Emil Henn.

Die Mitglieder beider Gesellschaften stimmten der Verschmelzung einstimmig zu.

Beide Gesellschaften haben die gleichen Ideale. Sie verstehen sich als Sportvereine, sind konfessionell und politisch neutral und pflegen die Kameradschaft und ihre Traditionen. Der Zusammenschluss der beiden Schützenvereine stand schon öfter zur Diskussion. Als am 17. August 2020 ein Blitzschlag die komplette Schießanlage der Germania Grenzhausen zerstörte, wurde dem Verein die Grundlage entzogen. Der Nachbarverein St. Sebastianus Höhr bot den Schützen sofort Trainingsmöglichkeiten auf der eigenen Anlage an was auch gerne angenommen wurde.

Gemeinsam in die Zukunft: Die SG St. Seb. Höhr und Germania Grenzhausen.

Da der Wiederaufbau der Schießanlage der Germania nicht gestemmt werden konnte, weil die emissionstechnischen Auflagen zu hoch waren, haben sich die Mitglieder schweren Herzens entschlossen, die Anlage aufzugeben und es wurden die ersten Gespräche mit Höhr über eine Fusion geführt. Diese Fusion ist jetzt beschlossen, nachdem alle bürokratischen Hürden erfolgreich überwunden wurden. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Rheinischen Schützenbundes, dass sich zwei Vereine durch eine Verschmelzung verbinden.

Die Tradition bewahren, die Zukunft erfolgreich gestalten, die Moderne mit dem Althergebrachten verbinden, unter dieser Prämisse wird etwas Gemeinsames positiv entstehen.