Schützinnen und Schützen halten Traditionen lebendig und stärken den Zusammenhalt vor Ort.
Parlamentarischer Abend im Landtag NRW: Großer Zapfenstreich mit mehr als 1.200 Gästen
Feierliche Klänge, festliche Uniformen und Gäste aus allen Landesteilen: Der Landtag NRW hat am 13. Oktober 2026 mehr als 1.200 Schützinnen und Schützen aus dem ganzen Land zum Abschluss der Schützenfestsaison empfangen. Landtagspräsident André Kuper würdigte damit das gelebte Brauchtum und ehrenamtliche Engagement im Schützenwesen.
Eröffnet wurde der Parlamentarische Abend mit dem Großen Zapfenstreich, dem die Gäste nicht nur auf dem Vorplatz des Landtages, sondern auch von den Balkonen und aus den Büroräumen beiwohnten. Nach der Zeremonie wandte sich Gastgeber André Kuper mit seiner Eröffnungsrede an alle Anwesenden. Der Landtagspräsident begrüßte die angereisten Schützinnen und Schützen sowie einige Abgeordnete und stellte in seinem Grußwort den Stellenwert des Schützenwesens in der Gesellschaft dar:
Landtagspräsident André Kuper: „Schützinnen und Schützen halten Traditionen lebendig und stärken den Zusammenhalt vor Ort.“
„Schützinnen und Schützen halten Traditionen lebendig und stärken den Zusammenhalt vor Ort. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag für unsere Heimat. Sie organisieren Feste, bringen Menschen zusammen und schaffen Gemeinschaft über Generationen hinweg. Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sind die guten Seelen unserer Gesellschaft. Dafür verdienen sie Anerkennung und Dank“, so Kuper, der die Schützinnen und Schützen zum letzten Mal in seiner Amtszeit als Landtagspräsident in Düsseldorf empfing.
Als Vertreter der Schützenverbände trat dann im Anschluss Jürgen Treppmann, Präsident des Rheinischen Schützenbundes, ans Mikrofon. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre, fand aber auch mahnende Worte:
„Die Kluft zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit des Schützenwesens aufzulösen, ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Verbänden. Dass Zusammenarbeit gelingen kann, hat das Bleiverbotsverfahren eindrucksvoll gezeigt. Durch das beharrliche, sachliche Einwirken unserer Verbände und durch das kluge, konstruktive Einlenken der zuständigen Stellen konnte das Verfahren in weiten Teilen in die richtige Richtung gelenkt werden. Dieses Beispiel zeigt: Wo Politik und Schützenwesen im Dialog bleiben, entstehen tragfähige Lösungen – zum Nutzen aller.“
RSB-Präsident Jürgen Treppmann: „Wo Politik und Schützenwesen im Dialog bleiben, entstehen tragfähige Lösungen.“
Dieser Dialog werde jetzt im Zuge der Evaluierung des Waffenrechts erneut gebraucht. RSB-Präsident Treppmann warb im Namen der Verbände eindringlich für bürokratische Entlastungen und für digitalisierte Verfahren – zum Wohle der Schützinnen und Schützen, aber auch zur Entlastung der Behörden. Auch die Auflagen für ehrenamtlich getragene Schützenfeste seien heutzutage schlichtweg kaum noch zu bewältigen. Hier könne der Landtag NRW durch kluge Rahmenvorgaben den Kommunen einen unbürokratischeren Weg weisen. Denn: „Wenn Vereine ihre Feste nicht mehr ausrichten können, weil die Auflagen unverhältnismäßig geworden sind, dann verschwindet das Schützenwesen nicht durch mangelndes Interesse, sondern durch bürokratische Erdrosselung aus dem öffentlichen Bild. Das dürfen wir nicht zulassen!“
Im Anschluss überreichte RSB-Präsident Treppmann dem Landtagspräsidenten im Namen des Kontaktkreises der Schützenverbände eine Gedenkuhr in Erinnerung daran, dass die Zeit, die André Kuper dem Schützenwesen geschenkt hat, nie verloren, sondern immer in guter Erinnerung bleiben wird. Der Rest des Abends diente dem gemeinsamen Austausch und dem Knüpfen neuer Kontakte.
Mehr als 1.000 Schützinnen und Schützen versammelten sich zum Austausch im NRW-Landtag.
Die Veranstaltung steht stellvertretend für die vielfältige ehrenamtliche Arbeit, mit der Schützinnen und Schützen das Brauchtum in Nordrhein-Westfalen lebendig halten. Unter den Gästen waren unter anderem Delegationen der Schützenverbände, Mitglieder des Landtags und der Landesregierung sowie Vertreterinnen und Vertreter des bürgerschaftlichen Engagements, der Bundeswehr, des konsularischen Korps und des Düsseldorfer Brauchtums.
Der Landtag richtete den Schützenabend gemeinsam mit folgenden Verbänden und Organisationen aus:
- Rheinischer Schützenbund 1872 e. V.
- Westfälischer Schützenbund 1861 e. V.
- Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e. V.
- Sauerländer Schützenbund e. V.
- Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine
- Oberbergischer Schützenbund 1924 e. V.
- Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen
- Kreisschützenbund Büren
Fotos: Landtag NRW/Melanie Zanin, Uwe Pakendorf