Ländervergleich: Starke Nerven, große Emotionen und ein klares Signal für die Zukunft
Es waren zwei Tage voller Spannung, Emotionen und beeindruckender Leistungen: Beim Ländervergleich des RSB/Hessen/WSB/BW Anfang April im Landesleistungszentrum Dortmund zeigte der Nachwuchs des Rheinischen Schützenbundes eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt. Zwischen konzentrierter Stille am Schützenstand und mitreißenden Finalentscheidungen entwickelte sich ein Wettkampf, der weit über reine Ergebnislisten hinausging.
Bereits im Vorfeld hatten sich die Athletinnen und Athleten in einem gemeinsamen Lehrgang intensiv vorbereitet. Athletiktests, Technikarbeit und mentale Einstimmung legten die Grundlage für ein Wochenende, das den Teilnehmern alles abverlangen sollte.
Viel Spaß hatten alle Teilnehmer aus den Landesverbänden beim diesjährigen Ländervergleich.
Denn das Wettkampfformat war anspruchsvoll: In den Dreistellungsdisziplinen Luftgewehr und Kleinkaliber wurden jeweils zwei vollständige Wettkämpfe geschossen. Jeder Durchgang wurde einzeln gewertet und durch ein eigenes Finale abgeschlossen. Zusätzlich wurde die Gesamtleistung aus beiden Durchgängen prämiert.
Im Luftgewehr Freihand hingegen entschied ausschließlich die Ringzahl über die Platzierung – ohne Finale, ohne zweite Chance. Genau diese Mischung aus einmaliger Leistung und wiederholter Belastung machte den besonderen Reiz dieses Wettkampfes aus.
Emma Moises setzt Maßstäbe im Schülerbereich
Schon früh setzte im Schülerbereich eine Athletin ein klares Zeichen: Emma Moises zeigte einen nahezu perfekten Wettkampf und gewann das Luftgewehr Freihand mit starken 207,1 Ringen.
Doch damit nicht genug – auch in der Dreistellung dominierte sie das Feld und sicherte sich mit insgesamt 1184 Ringen die Gesamtwertung aus beiden Durchgängen. Ihre Leistung war geprägt von beeindruckender Konstanz und einer Ruhe, die in diesem Alter alles andere als selbstverständlich ist.
Auch ihre Teamkollegen wussten zu überzeugen: Raphael Rogalla kämpfte sich auf einen starken zweiten Platz in der Gesamtwertung vor, während Amrei Sonnenberg ebenfalls im Spitzenfeld landete. Lennart Li und Marlene Döring rundeten das geschlossene Mannschaftsbild mit stabilen Leistungen ab.
Im Anschluss an jeden Durchgang wurde ein länderübergreifendes Team-Finale geschossen. Es wurden Team zu je drei Sportlern gemischt aus den Verbänden gebildet. Dabei muss das Team selbst entscheiden, wer stehend, kniend und liegend schießen muss. Nach spannenden Wettkämpfen konnten hier ebenfalls Sieger prämiert werden.
Jugend und Junioren: Leistungsdichte auf höchstem Niveau
In der Jugend- und Juniorenklasse wurde das Niveau nochmals spürbar angehoben. Hier ging es nicht nur um Ergebnisse, sondern um die Fähigkeit, sich im direkten Vergleich mit den besten Landesverbänden zu behaupten.
Nachwuchs im Fokus: Die Team-Finals der Schüler sorgten für Begeisterung und neue Impulse.
Julian Przybilla überzeugte im Luftgewehr Freihand mit 620,9 Ringen und etablierte sich damit im Spitzenfeld. Denny Vogelsang zeigte mit 613,1 Ringen ebenfalls eine starke Leistung. Besonders beeindruckend war jedoch die Breite im RSB-Team: Mehrere Athletinnen erreichten Ergebnisse deutlich über der 620-Ringe-Marke und bewegten sich damit im absoluten nationalen Spitzenbereich.
KK-Dreistellung: RSB-Athletinnen dominieren das Feld
Im Kleinkaliber-Dreistellungskampf übernahm der Rheinische Schützenbund schließlich das Kommando. In der Gesamtwertung aus beiden Durchgängen belegten die RSB-Athletinnen geschlossen die ersten drei Plätze: Marie Billion, Finnja Rentmeister und Franziska Stahl lieferten sich ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe. Alle Drei jedoch waren in der Gesamtwertung außer Konkurrenz gewertet worden. Davon profitierten dann die Sportlerinnen aus Hessen und Baden-Württemberg.
Doppelsieg im Finale: Finnja Rentmeister zeigte Nervenstärke auf höchstem Niveau. Hier mit Franzi Stahl und Franka Janßen.
Dabei wurde deutlich: Entscheidend war nicht eine einzelne Top-Leistung, sondern die Fähigkeit, über zwei komplette Wettkämpfe hinweg konstant auf höchstem Niveau zu agieren. Genau diese Konstanz zeichnete die RSB-Schützinnen aus.
Finals als Bühne der mentalen Stärke
Die Finals in den Dreistellungsdisziplinen bildeten den emotionalen Höhepunkt des Wochenendes. Hier verdichtete sich alles, was den Schießsport ausmacht: Konzentration, Kontrolle und der Umgang mit maximalem Druck.
Und genau in diesen Momenten zeigte Finnja Rentmeister ihre besondere Klasse. Mit zwei Finalsiegen an beiden Tagen setzte sie sich eindrucksvoll gegen die Konkurrenz durch und bewies, dass sie nicht nur technisch, sondern auch mental zur absoluten Spitze gehört.
Auch ihre Teamkolleginnen hielten dem Druck stand: Marie Billion und Franziska Stahl präsentierten sich konstant im Spitzenfeld der Finals, während Franka Janßen mit einem Podestplatz im zweiten Finale ein weiteres starkes Ergebnis beisteuerte.
Nachwuchs im Fokus: Die Team-Finals der Schüler sorgten für Begeisterung und neue Impulse.
Mehr als Ergebnisse – ein starkes Signal für die Zukunft
Am Ende dieses Wochenendes stand mehr als nur eine Reihe beeindruckender Resultate. Der Ländervergleich 2026 zeigte einen Rheinischen Schützenbund, der in der Breite hervorragend aufgestellt ist und zugleich über Athletinnen und Athleten verfügt, die den Sprung in die nationale Spitze längst geschafft haben.
Vor allem aber wurde deutlich, dass hier eine Generation heranwächst, die gelernt hat, mit Druck umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Leistung im entscheidenden Moment abzurufen.
Fotos: RSB