Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der sicheren Bewertung von Grenzsituationen, die im Regelwerk nicht immer auf den ersten Blick eindeutig definiert sind. Anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis wurde intensiv trainiert, die Sportordnung richtig zu interpretieren.
Kampfrichterausbildung Teil 2 und 3 im RSB: Intensive Aufbaulehrgänge in Radevormwald abgeschlossen
Mit den Ausbildungswochenenden im Januar und Februar 2026 wurde die umfassende Kampfrichterausbildung im Rheinischen Schützenbund fortgeführt und inhaltlich vertieft. Nachdem der Grundstein bereits mit dem Einstieg in Koblenz im Dezember 2025 gelegt worden war, arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Radevormwald gezielt an den nächsten Qualifikationsschritten für ihren künftigen Einsatz im aktiven Wettkampfbetrieb.
Die Lehrgänge, die am 17. und 18. Januar sowie am 7. und 8. Februar stattfanden, konzentrierten sich primär auf die fachspezifischen Disziplinen Gewehr und Pistole. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Anforderungen an moderne Kampfrichter weit über das bloße Regelstudium hinausgehen. Statt trockener Theorie stand daher die praktische Anwendung im Mittelpunkt des Geschehens. Die angehenden Unparteiischen setzten sich intensiv mit den komplexen Abläufen auseinander, wie sie typischerweise im dynamischen Alltag von Meisterschaften und Ligawettkämpfen auftreten. Dazu gehörten unter anderem die akribische Vorbereitung und die aufmerksame Begleitung des Sportbetriebs sowie die rechtssichere und ordnungsgemäße Abwicklung nach Beendigung des Wettkampfs.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der sicheren Bewertung von Grenzsituationen, die im Regelwerk nicht immer auf den ersten Blick eindeutig definiert sind. Anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis wurde intensiv trainiert, die Sportordnung richtig zu interpretieren und getroffene Entscheidungen gegenüber Sportlern und Trainern sicher und nachvollziehbar zu kommunizieren. Dabei kristallisierte sich heraus, dass neben fundiertem Fachwissen vor allem ein ruhiges, souveränes Auftreten, stete Übersicht und die Fähigkeit zur deeskalierenden Kommunikation über den Erfolg eines Kampfrichters entscheiden.
Parallel dazu wurden die technische Kontrolle von Sportgeräten und Ausrüstung sowie der professionelle Umgang mit organisatorischen Herausforderungen praxisnah simuliert. Ergänzend flossen die aktuellsten Änderungen und Hinweise zur Sportordnung direkt in die Ausbildung ein. Dies stellte sicher, dass die Teilnehmenden zu jedem Zeitpunkt auf dem neuesten Stand der Regelentwicklung arbeiteten und für künftige Neuerungen sensibilisiert wurden.
Qualifizierung durch Prüfung und Hospitation
Den formalen Abschluss der Präsenzphase bildete Anfang Februar eine anspruchsvolle schriftliche Prüfung. Hierbei wurde nicht nur das reine Auswendiglernen von Paragrafen abgefragt, vielmehr stand die Anwendung des Wissens auf komplexe, realitätsnahe Wettkampfszenarien im Fokus. Mit der bestandenen Prüfung allein ist der Weg zur endgültigen Lizenz jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Vor der offiziellen Anerkennung steht für alle Absolventen eine verpflichtende Hospitationsphase im Rahmen von realen Wettkämpfen an. In diesem Rahmen sammeln die angehenden Offiziellen unter Aufsicht erfahrener Mentoren wertvolle Praxiserfahrung und übertragen ihre theoretischen Kenntnisse final in die Realität des Sportbetriebs.
Kampfrichterausbildung RSB – Roadmap 2025/2026
Disziplinen: Gewehr & Pistole | Ziel: Kampfrichterlizenz B
Modul 1 – Grundausbildung
Dezember 2025 · Koblenz
Auftakt der dreiteiligen Ausbildungsreihe unter Leitung von Wolfgang Pfaffenberger und Hans Pohl. Themen: DSB-Sportordnung, elektronische Zieleinrichtungen, Ligaordnung und Vorbereitung auf die Hospitationen.
Modul 2 – Aufbaulehrgang I
17.–18. Januar 2026 · Radevormwald
Vertiefung der Disziplinen Gewehr und Pistole. Schwerpunkt auf Fallbeispiele aus der Praxis, Auslegung der Sportordnung und Verhalten in Grenzsituationen.
Modul 3 – Aufbaulehrgang II
7.–8. Februar 2026 · Radevormwald
Konflikt- und Protestmanagement, Kommunikation, Sicherheitsregularien und technische Gerätekontrolle. Abschluss: schriftliche Prüfung mit praxisnahen Wettkampfszenarien.
Pflicht-Hospitation
Landesverbandsmeisterschaften (LVM) des RSB
Je eine ganztägige Hospitation pro Disziplin (Gewehr & Pistole) unter Aufsicht erfahrener Mentoren bei realen Wettkämpfen.
Kampfrichterlizenz B
Erteilung nach bestandener Prüfung und zwei absolvierten Hospitationen. Berechtigt zum Einsatz auf Vereins-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene.
Fortbildung & Lizenzverlängerung
Regelmäßige Fortbildungen sind Pflicht, um die befristete Lizenz zu verlängern und den Anforderungen im modernen Schießsport gerecht zu werden.
Darüber hinaus ist die Tätigkeit als Kampfrichter langfristig mit einem steten Lernprozess verbunden. Regelmäßige Fortbildungen sind unabdingbar, um die zeitlich befristete Lizenz zu verlängern und den kontinuierlich steigenden Anforderungen im modernen Schießsport dauerhaft gerecht zu werden. Die Ausbildungsabschnitte in Radevormwald bilden somit ein zentrales Fundament innerhalb der dreiteiligen Lehrgangsreihe. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag dazu, qualifizierte Funktionäre auszubilden, die auch in Zukunft einen reibungslosen, fairen und regelkonformen Ablauf aller Wettkämpfe im RSB garantieren.