Skip to main content
Aus dem Verband

Hilde Mehlkopf: „Habt Mut und packt etwas an!“

Für ihr ehrenamtliches Engagement ist Hilde Mehlkopf schon oft verdientermaßen ausgezeichnet worden.

Ohne sie läuft nichts – unsere Ehrenamtler. Sie sind die Stütze des Vereinslebens und des gemeinschaftlichen Zusammenhalts. Doch viele Vereine stehen heutzutage vor dem Problem, neue und interessierte Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler zu gewinnen. Woran das liegt und wie wir dagegen arbeiten können, erklärt uns die RSB-Ehrenamtskoordinatorin Hilde Mehlkopf im Interview.

RSB: Hallo Hilde, magst du dich unseren Leserinnen und Lesern vielleicht einmal kurz vorstellen?

Hilde Mehlkopf: Ich heiße Hilde Mehlkopf, bin 71 Jahre alt, seit knapp 25 Jahren Mitglied im Rheinischen Schützenbund und in der Karlsschützengilde vor 1198 Aachen e.V., für die ich Meisterschaften und in der Liga schieße. Im Kreis 061 bin ich Gleichstellungsbeauftragte und Ligaleiterin.

RSB: Wir sprechen in diesem Interview über das Thema Ehrenamt. Was bedeutet Ehrenamt für dich?

Hilde Mehlkopf: Ich möchte einen Beitrag für ein gutes Zusammenleben in der Gesellschaft leisten. Die Stärkung von demokratischen Werten sowie das Verbinden von Menschen ist mir wichtig und macht für mich das Ehrenamt aus.

Mit der Ausrichtung des Ladies-Cups sowie des Bezirksdamen-Vergleichsschießen setzt sich Hilde Mehlkopf für die sportlichen Belange der Frauen im RSB ein.

RSB: Seit vielen Jahren setzt du dich für das Schützenwesen ein und hilfst überall dort, wo du gebraucht wirst. Woher kommt deine Motivation?

Hilde Mehlkopf: Der Spaß an der Sache, der Wunsch anderen zu helfen und das Bedürfnis nach einer sinnvollen Aufgabe ist meine Motivation. Ich bringe gerne meine Erfahrungen ein und freue mich, wenn ich gebraucht werde.

RSB: In den letzten Jahren nimmt das Interesse am Ehrenamt leider etwas ab. Woran könnte das liegen?

Hilde Mehlkopf: Ich denke, es liegt daran, dass die Menschen immer mehr Stress im Job und keine freien Kapazitäten für ein Ehrenamt haben. Dann, später im Alter, fehlt ihnen der Mut, ein Ehrenamt zu übernehmen. Was aus meiner Sicht Unsinn ist.

Habt Mut und packt etwas an! Ich werde jeden unterstützen, der Lust auf Ehrenamt hat.

RSB: Warum ist das aus deiner Sicht Unsinn? Was möchtest du anderen Menschen persönlich mit auf den Weg geben, damit sie sich auch im Ehrenamt engagieren?

Hilde Mehlkopf: Die Arbeit ist nicht nur für die Allgemeinheit, sondern auch für sich selbst ein Plus. Viele Menschen suchen den Sinn im Leben und sind einsam. Wer in einem Ehrenamt tätig ist, ist nicht einsam. Habt Mut und packt etwas an! Ich werde jeden unterstützen, der Lust auf „Ehrenamt“ hat. Dabei macht es keinen Unterschied, ob jung oder alt. Gerade in jungen Jahren kann ich im Ehrenamt viel im Umgang mit anderen Menschen lernen und früh Verantwortung übernehmen.

RSB: Im Rheinischen Schützenbund übernimmst du die neue Rolle der Ehrenamtskoordinatorin. Was sind deine Aufgaben und Ziele bei der Arbeit in dieser Funktion?

Hilde Mehlkopf: Ich möchte den Organisationen im RSB helfen, vorhandene Ehrenamtler zu halten und Neue zu finden. Hier ist es wichtig, eine Willkommenskultur für Freiwillige aufzubauen und Wertschätzung zu praktizieren. Meine vorrangigste Aufgabe wird es sein, die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement und eine erfolgreiche Engagementförderung innerhalb des RSB zu schaffen. In einem weiteren Schritt möchte ich dann eine Bedarfsanalyse rund um das freiwillige Engagement erstellen, um zu erfassen, an welchen Stellen Freiwillige gebraucht werden. Hierzu werde ich den Vereinen, Kreisen und Bezirken mit Checklisten und Erstellung von Aufgabenprofilen weiterhelfen.

Wer in einem Ehrenamt tätig ist, ist nicht einsam.

RSB: Wie können die Vereine, Kreise oder Bezirke am besten mit dir in Kontakt treten, wenn sie Hilfe benötigen?

Hilde Mehlkopf: Schreibt mir gerne per Mail an h.mehlkopf@rsb2020.de. Sollten in eurem Verein, Kreis oder Bezirk Ehrenamtler / freiwillige Helfer fehlen, so sprecht mich bitte an – gerne auch persönlich, wenn wir uns auf Veranstaltungen oder Festen treffen sollten. Ich werde dann mit euch gemeinsam nach Konzepten suchen.

RSB: Etwas länger bist du schon als Gleichstellungsbeauftragte, Demokratiebeauftragte und als Ansprechperson zur „Prävention sexualisierter Gewalt im Sport“ im RSB tätig. Wo liegt in diesen Funktionen jeweils dein Fokus und wie können wir uns deine Arbeit in den verschiedenen Themenbereichen vorstellen?

Hilde Mehlkopf: Als Gleichstellungsbeauftragte sehe ich meine Aufgabe darin, im RSB vorhandene Ungleichheiten (Schützen mit und ohne Behinderung, Frauen und Männer, Jugendliche und Erwachsene) aufzuzeigen und zu versuchen, einen Ausgleich zu schaffen. Im Bereich „Prävention vor sexualisierter Gewalt im Sport“ möchte ich aufzeigen, wie wir in diesem Bereich verantwortungsvoll miteinander umgehen können und als Demokratiebeauftragte arbeite ich im Arbeitskreis „Demokratie“ im Deutschen Schützenbund an Möglichkeiten mit, durch Anpassungen der Satzungen Vereine vor Demokratiegegnern zu schützen.

RSB: Im Jahr 2024 bist du mit dem vom Landessportbund und der Staatskanzlei NRW ausgeschriebenen Preis „Mädchen und Frauen im Sport“ in der Kategorie „Engagiert“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet worden. Was hat dir dieser Moment bedeutet?

Hilde Mehlkopf: Das war ein einzigartiger Augenblick für mich. Wer rechnet denn schon damit, so eine Auszeichnung zu erhalten. Ich fühlte mich sehr geehrt und bekomme noch heute eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Diese Auszeichnung hat mich in meinem Tun bestätigt und Schwung für meine weitere Arbeit gebracht.

RSB: Liebe Hilde, vielen Dank, dass du uns Rede und Antwort gestanden hast und wir hoffen, dass wir demnächst an dieser Stelle über weitere positive Entwicklungen im Bereich Ehrenamt mit dir sprechen können.

Hilde Mehlkopf: Vielen Dank, das wünsche ich mir auch.

Editorial