Skip to main content
RSB Aktuell

Bundesligafinale 2026:
Kevelaer holt den Spiegel – Pier schreibt Vereinsgeschichte

Spannung, Dramatik und sportliche Spitzenleistungen – das Bundesligafinale 2026 in Rotenburg an der Fulda hatte mal wieder alles zu bieten. Mit der SSG Kevelaer (Luftgewehr) und den Sportschützen Pier (Luftpistole) qualifizierten sich wie in den Jahren zuvor zwei Teams aus dem Rheinland für die Endrunde. Beide Mannschaften blicken jeweils auf ein erfolgreiches Wochenende zurück.

„Deutscher Meister wird nur die SSG!“ Was der mitgereiste Anhang aus Kevelaer schon wusste, bevor der eigentliche Final-Wettkampf begonnen hatte, sollte sich rund eine Stunde später letztlich bewahrheiten. Drei Minuten vor Ablauf der Zeit standen Anna Janßen, Finnja Rentmeister und Franziska Driessen als verbliebene Schützinnen an der Linie – alle drei setzten nahezu zeitgleich ihren letzten Schuss in die Zehn! Was folgte, war Jubel und Glückseligkeit. Die „Tiger“ hatten soeben den SSV Kronau besiegt und sich nach zwei Jahren ohne Medaille zum fünften Titel der Vereinsgeschichte geschossen. Einer der ersten Gratulanten war RSB-Präsident Jürgen Treppmann, der das gesamte Wochenende zur Unterstützung nach Rotenburg angereist war.

Der Weg zum Titel war bestimmt von Ehrgeiz und Selbstvertrauen. Aufgrund einiger internationaler Verpflichtungen musste die Team-Besetzung an den Wettkampf-Wochenenden der Vorrunde häufig durchgemischt werden – kein Problem für eine Mannschaft, die so gut aus dem eigenen Nachwuchs schöpfen kann. Mit nur einer Niederlage aus elf Wettbewerben qualifizierte sich die SSG Kevelaer als Nord-Meister für die Endrunde, in der sich das Team von Trainer Simon Janßen zunächst im Viertelfinale mit 4:1 gegen die SSG RWS Fürth durchsetzte und auch im Halbfinale getragen von den eigenen Fans gegen den SV Pfeil Vöhringen mit 4:0 die Oberhand behielt.

Dabei steigerten die Kevelaerer ihre Leistungen von Match zu Match mit dem krönenden Abschluss gegen den SSV Kronau. Gleich zweimal das perfekte Ergebnis von 400 Ringen für Olympionikin Anna Janßen und Final-Debütantin Finnja Rentmeister, dazu 399 Ringe von Ayonika Paul aus Indien sowie 396 bzw. 394 Ringe von Franziska Driessen und Franka Janßen – eine sensationelle Mannschaftsleistung!

Der Titel bedeutet uns sehr, sehr viel.

Simon Janßen

„Der Titel bedeutet uns sehr, sehr viel. Da haben wir natürlich die ganze Saison drauf hingefiebert und es ist extrem cool, dass das mit dem jungen Team so gut geklappt hat – auch nach den zwei Jahren, die nicht so erfolgreich waren. Alle haben richtig gut geschossen. Was Finnja und Franzi hier im Finale abgeliefert haben, ist einfach Wahnsinn. Wie ein Uhrwerk schießen die ihre Zehner, von Anna brauchen wir gar nicht reden. Die geben mir so viel Sicherheit, dass ich mit ganz wenig Zweifel in diese Wettkämpfe gehe und auch im Laufe des Wettkampfes kaum Zweifel habe“, so ein mehr als zufriedener Trainer Simon Janßen, der zugleich ein Geheimnis des Erfolgsrezeptes verriet: „Wir haben eine super Bindung innerhalb der gesamten Mannschaft und das wirkt sich dann auch auf die Leistung aus.“

Und das Ziel für die nächste Saison? Natürlich den Titel verteidigen! Vielleicht gelingt der SSG Kevelaer ja erneut eine Serie von vier Meisterschaften in Folge.

Pier schießt sich erstmals ins Halbfinale

„Ja, auf jeden Fall“ war die kurze, aber überzeugende Antwort auf die Frage, ob die Pierer Sportschützen guter Dinge seien, im dritten Anlauf das Viertelfinale zu überstehen und auch am zweiten Tag des großen Finals mit dabei zu sein. Und sie sollten recht behalten. Schon in der Vorrunde verschaffte sich die Mannschaft mit Platz zwei eine gute Ausgangslage – im Viertelfinale traf man auf den Drittplatzierten aus dem Süden, den SV Waldkirch.

Angeführt von Miriam Jako und Markus Kremser auf den Positionen eins und zwei startete das Team von Trainer Egon Czekala gut in den Wettkampf, nach den jeweils ersten beiden Zehnerserien lagen die Pierer in allen Duellen vorne. Spannend wurde es dennoch, da sich der Gegner von Schuss zu Schuss näher rankämpfte und die Begegnung beinahe noch drehte. Ein Trend, der das Team aus dem Rheinland über die gesamte Saison hinweg verfolgte. Dank der mittlerweile gesammelten Final-Erfahrung ließen sich die Pierer Sportschützen allerdings nicht beirren und entschieden das Match durch gewonnene Duelle von Kremser, Robin Januszek und Shane Verbist mit 3:2 für sich. Daran änderte auch der Ausreißer von Markus Kremser nichts, der seinen 29. Schuss in die Vier setzte, am Ende aber dennoch ein sehr gutes Ergebnis von 381 Ringen vorzuweisen hatte!

Die Mannschaft durfte also noch ein zweites Mal ran – leichter wurde die Aufgabe allerdings nicht. Im Halbfinale wartete niemand geringerer als der Vorjahresfinalist und diesjährige Deutsche Meister SV Kelheim-Gmünd. Zwar startete Pier wiederum gut ins Match, doch der Gegner war diesmal leider eine Nummer zu groß. Die Hoffnung auf eine Medaille blieb allerdings weiterhin bestehen, im Bronzematch gegen den Vorjahresmeister ESV Weil am Rhein rechneten sich die Pierer durchaus noch eine Chance auf den dritten Platz aus. Aber auch das beste Match der Sportschützen an diesem Wochenende reichte leider nicht aus, um den Favoriten zu Fall zu bringen. In einer bis zum Ende offenen und umkämpften Begegnung blieb die erhoffte Medaille beim 2:3 zwar aus – mit Rang vier erreicht Pier jedoch das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte.

Wir haben als Mannschaft eine richtig gute Leistung und wenig Schwäche gezeigt.

Markus Kremser

„Wir haben als Mannschaft eine richtig gute Leistung und wenig Schwäche gezeigt. Nur knapp gegen den bis dahin aktuellen (Weil am Rhein) und den späteren deutschen Meister (Kelheim-Gmünd) zu verlieren ist keine Schande. Ich denke, wir haben uns als Mannschaft nun endgültig etabliert, auch gegenüber dem Süden. Wir sind als Team stolz auf uns, auch wenn es keine Medaille gab und freuen uns auf die nächste Saison“, so das Resümee von Markus Kremser, den an diesem Wochenende alle seine drei Duelle gewinnen konnte.

 
Daniel Höfelmanns
Fotos: Daniel Höfelmanns
 

Rheini on Tour: Gold-Emma beim Schülervergleich