Kampfrichter müssen nicht nur das Regelwerk kennen, sondern auch moderne Technik beherrschen.
Auftakt der Kampfrichterausbildung: Erster Ausbildungsabschnitt in Koblenz gestartet
Mit dem ersten Modul der Kampfrichter-Grundausbildung für die Disziplinen Gewehr und Pistole hat der Rheinische Schützenbund (RSB) Anfang Dezember in Koblenz eine umfassende Qualifizierungsoffensive für zukünftige Kampfrichter gestartet. Der Lehrgang markiert den Auftakt einer dreiteiligen Ausbildungsreihe, die qualifizierte Sportschützinnen und Sportschützen auf die verantwortungsvolle Tätigkeit auf Vereins-, Kreis-, Bezirks- und auch auf Landesebene vorbereitet.
Unter der fachkundigen Leitung der erfahrenen RSB-Landesreferenten Wolfgang Pfaffenberger (Referent Kampfrichter Schießsport) und Hans Pohl (Referent Gewehr) widmete sich das erste Ausbildungsmodul vor allem dem zentralen Regelwerk des Deutschen Schützenbundes (DSB).
Auf dem Lehrplan standen:
- die praxisnahe Anwendung der DSB-Sportordnung
- der Umgang mit modernen elektronischen Zieleinrichtungen
- ein Überblick über die aktuelle Ligaordnung
- die Vorbereitung auf die Hospitationen bei den kommenden Landesverbandsmeisterschaften (LVM) des RSB.
Besonders geschätzt wurde von den Teilnehmenden die enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Anhand realitätsnaher Wettkampfsituationen analysierten die angehenden Kampfrichter regelkonformes Verhalten, diskutierten schwierige Entscheidungen und erprobten den Einsatz zeitgemäßer Wertungstechnik unmittelbar.
Pfaffenberger betonte die Bedeutung der Praxiselemente: „Kampfrichter müssen nicht nur das Regelwerk kennen, sondern auch moderne Technik beherrschen.“
Nächste Ausbildungsphasen in Radevormwald
Die weiteren Ausbildungsmodule werden im Januar und Februar 2026 in Radevormwald durchgeführt. Sie bauen direkt auf den Grundlagen des ersten Wochenendes auf und vertiefen unter anderem Themen wie:
- Wertungsabläufe in hochklassigen Wettkämpfen
- Konflikt- und Protestmanagement
- Sicherheitsregularien
- Kommunikation und Auftreten als Offizielle
Alle Module sind ganztägig angelegt und verlangen von den Teilnehmenden ein hohes Maß an Konzentration und Bereitschaft zur intensiven Mitarbeit. Die Ausbildungsreihe gilt im Verband als wesentliche Voraussetzung, um langfristig qualifiziertes Kampfrichterpersonal für Meisterschaften aller Ebenen zu sichern.
Strenge Anforderungen für die Lizenzerteilung
Der Weg zur Kampfrichterlizenz B ist mit klaren Anforderungen verbunden. Neben der schriftlichen Abschlussprüfung müssen die angehenden Kampfrichter jeweils eine ganztägige Hospitation in den jeweiligen Disziplinen absolvieren. Diese finden traditionell im Rahmen der Landesverbandsmeisterschaften des RSB statt und bilden das Bindeglied zwischen Theorie und echter Wettkampfpraxis.
Die Hospitationen ermöglichen es den zukünftigen Kampfrichtern, das Gelernte unter realen Bedingungen umzusetzen, Entscheidungen nachzuvollziehen und den organisatorischen Ablauf großer Meisterschaften aus nächster Nähe zu erleben. Erst nach erfolgreicher Teilnahme an beiden Praxistagen sowie dem Bestehen der Prüfung wird die Lizenz erteilt.
Bedeutung für die Qualität des Schießsports
Mit der strukturierten Kampfrichterausbildung verfolgt der RSB das Ziel, die Qualität und Fairness im Schießsport weiter zu stärken. Gut ausgebildete Offizielle sind ein wesentlicher Faktor für sichere und regelkonforme Wettbewerbe – insbesondere vor dem Hintergrund digitaler Wertungssysteme und steigender Teilnehmerzahlen.
Christian Matthes
Foto: Christian Matthes